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Dokumentierte Chronologie · 2016 – 2026

Zehn Jahre.
Verfahren.
Ein Kind.

Am 6. Mai 2016 wurde Finn geboren. Seit Sonntag, dem 10. April 2022, hat er seinen Vater nicht mehr gesehen. Dazwischen liegen gerichtliche Verfahren, Dokumente und Seiten Akte. Diese Chronik legt sie offen — datiert, belegt, nachprüfbar.

Den Verlauf ansehen Akteneinsicht

Jedes Element stammt aus einem Dokument mit belegbarem Datum. Es wird nichts geschätzt und nichts rekonstruiert. Der Name und die Anschrift der Kindsmutter sind entfernt; von den Geburtsdaten der Eltern steht nur noch das Jahr.

Der Vater und sein Sohn im Park, beide mit einem angebissenen Apfel in der Hand
Nach vier Wochen Warten: neunzig Minuten.
Die Frage, die jeder zuerst stellt

„Was hat der Vater getan, dass er sein Kind nicht mehr sehen darf?“

Diese Frage stellt sich jeder in den ersten Sekunden. Und sie trägt eine Unterstellung in sich: Ohne Grund nimmt man einem Vater doch nicht sein Kind weg.

Die Akte beantwortet sie — und die Antwort ist unbequem. In zehn Jahren steht in keinem Schriftstück ein Vorwurf, der das Kind betrifft. Kein Bericht über einen Umgang, bei dem es Finn schlecht ging. Stattdessen steht dort etwas anderes: Der Vater hat nicht lockergelassen. Er hat nachgehakt, Fehler benannt und sich mit jeder Stelle angelegt, die seiner Meinung nach ihre Arbeit nicht machte. Das war unbequem. Und ab dem Moment ging es nicht mehr um Vater und Sohn, sondern um ihn.

Wie aus einem Vater ein Fall wird

Sechs Stationen, die wieder am Anfang ankommen. Die Bahn ist ein Bild — was an jeder Station steht, ist ein wörtliches Zitat aus der Akte oder eine gezählte Zahl. Fahren Sie über eine Nummer.

    Die Gegenprobe

    Zwei gezählte Reihen auf einer Achse. Je mehr geschrieben wurde, desto weniger Zeit blieb dem Kind mit seinem Vater. Wichtig und deshalb hier gesagt: Der Bestand weist nicht aus, wer die einzelnen Schriftstücke verfasst hat — gezählt sind Anträge, Stellungnahmen und Beschwerden beider Seiten. Die Umgangsanteile stammen aus der geführten Umgangsaufstellung.

    Was Sie im Archiv trotzdem finden werden

    Diese Chronik wäre nichts wert, wenn sie genau die Auslassung beginge, die sie den Akten vorwirft. Drei Vorgänge, die gegen den Vater sprechen oder so gelesen werden können — mit Aktenzeichen, Ausgang und dem Teil, der unbequem ist.

    Der Verlauf

    Oben die Ereignisse, darunter die Verfahren, die zuständigen Personen, der Schriftverkehr und die Zeit, die das Kind bei seinem Vater verbringen durfte. Fahren Sie über die Fläche — klicken öffnet das Dokument.

    Zeilen einblenden:

    Das Kind

    Was zehn Jahre Verfahren mit einem Jungen machen — und wie viel Zeit ihm mit seinem Vater blieb.

    Zeit beim Vater

    Anteil der Jahresstunden, die Finn bei seinem Vater verbrachte. Quelle: geführte Umgangsaufstellung 2016–2023, ab 2024 durch den Aussetzungsbeschluss auf null.

    Der Weg nach unten

    Belegte Stationen. Die Linie im Zeitstrahl verbindet sie — sie ist eine Einordnung dieser Ereignisse, keine Messung.

    2016 Geburt. Der Vater ist von Anfang an da, erkennt die Vaterschaft vor der Geburt an.
    2019 Die Mutter beantragt Alleinsorge und die Aussetzung des Umgangs.
    2022 Letzter persönlicher Kontakt am Sonntag, dem 10. April. Finn ist fünf.
    2024 Das Gericht setzt den Umgang bis zum 31.05.2027 aus.
    2025 Messer-Vorfall in der Schule, Unterrichtsausschluss, danach Wechsel in eine Sonderbeschulung.
    2026 Zum zehnten Geburtstag wünscht sich Finn ein Trikot vom Vater. Für die Übergabe braucht es ein Gerichtsverfahren.

    Ach ja — der Vater.

    Über das Kind wird in jeder Akte geschrieben. Über den Mann, der die Verfahren führt, in keiner. Dabei ist er derselbe, der die Anträge schreibt, den Unterhalt zahlt und morgens zum Vorstellungsgespräch fährt. Dieser Abschnitt zeigt, was zehn Jahre daraus gemacht haben.

    Aufstieg und Fall eines ganz normalen Vaters

    In der Mitte die Erwerbslage — belegt aus Arbeitsverträgen, Projekten und den Unterlagen zur heutigen Lage. Zwischen den festen Jahren liegt jedes Mal Freelance-Arbeit: gut in den Monaten mit Auftrag, über das Jahr gerechnet selten kostendeckend. Darüber die Lebensfreude: eine gekennzeichnete Einordnung der belegten Ereignisse, keine Messung. Die beiden Linien fallen nicht zufällig gleichzeitig. Ganz unten jede Prüfung, die er abgelegt hat. Punkte mit gestricheltem Rand nennt der Lebenslauf ohne Datum — das Jahr ist dort eigene Angabe; wo nur ein Jahr bekannt ist, steht der Punkt in der Jahresmitte.

    Auf schmalen Bildschirmen lässt sich die Kurve seitlich schieben.

    Was er sich aufgebaut hat

    Alle Prüfungen und Zertifikatskurse aus dem Lebenslauf (Stand 2024) und aus drei Bescheinigungen, die im Original vorliegen. Die Reihenfolge sagt mehr als jede einzelne Zeile: bis 2021 lernt er für den Beruf, ab 2021 für das Verfahren um sein Kind.

    Bewerbungen

    Gezählt aus dem eigenen Postfach ab 2019 — dem Jahr, in dem der Rechner neu aufgesetzt wurde. Eine Bewerbung zählt, wenn sie als Schreiben im Postausgang liegt oder wenn eine Eingangsbestätigung dafür eingegangen ist. Doppelte Vorgänge sind entfernt.

    Und was zurückkam

    Absagen sind Mails, die eine Bewerbung ausdrücklich beenden. Der Rest ist das, was kein Mensch beantwortet hat.

    Vorher

    Was da war, bevor es weg war. Stationen aus Lebenslauf, Verträgen und Akte.

    2016 Finn wird geboren. Freelancer seit 2002, Projekte bei Konzernen — in den Monaten mit Auftrag trägt es, über das Jahr gerechnet selten.
    2018 Zertifizierungen in Serie: Security Hacker, PC- und Netzwerk-Forensik, Datenschutzbeauftragter und Auditor.
    2019 Senior Security Consultant bei einem Automobilkonzern. Im November beantragt die Mutter Alleinsorge.
    2020 Mit Glück eine Festanstellung: Head of Cyber Security, eine ganze Abteilung aufgebaut. Im selben Sommer wird der Unterhalt tituliert.

    Nachher

    Was blieb. Die Begründung der Trennung im Jahr 2022 ist die eigene Wiedergabe eines mündlichen Gesprächs — alles Übrige ist belegt.

    2022 Letzter Kontakt zu Finn am Sonntag, dem 10. April. Im Job heißt es fortan: abgelenkt, dauertraurig, es werde mehr Leistung erwartet.
    2023 Die Anstellung endet. Wieder Freelancer — ohne den alten Markt und ohne die alte Kraft. Die Aufträge decken die Kosten in keinem Monat.
    2024 Ein Buch über Väter zwischen Amok und Suizid, 330 Seiten. Am Verfahren ändert es nichts.
    2026 Mittellos. Der Unterhalt läuft weiter — 428,50 € im Monat, für ein Kind, das er nicht sehen darf. So schlecht wie jetzt stand es in diesen zehn Jahren nie.

    Kein Antrag, kein Beschluss und kein Bericht in diesen zehn Jahren hat je gefragt, wie es dem Vater dabei geht.

    Die Zahlen

    Was zehn Jahre Familienrecht in Aktenmetern bedeuten — und was passiert, wenn ein Vater um Hilfe schreibt.

    Geschrieben — und was zurückkam

    Wie viele Schreiben an diese Stelle gingen und auf wie viele überhaupt eine Rückmeldung folgte. Gezählt wird der formale Eingang einer Antwort — nicht, ob sie inhaltlich weiterhalf. Grundlage: Postfach dirk@vatersorgen.de, Postausgang vollständig ab 04/2025.

    Was das gekostet hat

    Diese Karte ist eine Berechnung nach den gesetzlichen Gebührentabellen — kein Kontoauszug. Sie sagt nicht, was gezahlt, gestundet, niedergeschlagen oder erlassen wurde; sie zeigt, was ein Verfahren dieses Zuschnitts nach dem Gesetz kostet. Gebühren nach Anlage 2 FamGKG und Anlage 2 RVG in der jeweils geltenden Fassung, Sachverständige nach JVEG Honorargruppe M 3. Wo der Bestand nur Anhaltspunkte hergibt, steht eine Spanne. In sechs von 32 Verfahren hat das Gericht Verfahrenskostenhilfe bewilligt — fünf davon ratenfrei. Die Bedürftigkeit war damit gerichtlich festgestellt. In 26 weiteren Verfahren gab es sie trotzdem nicht.

    Was er gezahlt hat

    Kindesunterhalt seit Finns Geburt, lückenlos. Gerechnet als Mindestunterhalt nach § 1612a BGB und der Mindestunterhaltsverordnung, abzüglich des halben Kindergeldes nach § 1612b Abs. 1 Nr. 1 BGB — in den Sätzen des jeweiligen Jahres. Das ist die gesetzliche Untergrenze; tituliert oder gezahlt kann mehr worden sein.

    Dokumente pro Jahr

    Nach Art des Schriftstücks. 2022 ist das Jahr des Bruchs.

    Gegenstand der Verfahren

    Worum vor Gericht gestritten wurde, nach Anzahl der Verfahren.

    Die Suche nach einem Anwalt

    Für den Verhandlungstermin am 29.07.2026 brauchte es eine anwaltliche Vertretung.

    Kanzleien wurden im Juli 2026 angeschrieben.
    davon haben nie geantwortet.

    In achtzehn Tagen. Für einen Termin, bei dem es um fünf Minuten Trikotübergabe ging.

    Die Personen

    Wer für diesen Fall zuständig war — und wie oft gewechselt wurde. Jede Spanne ist durch Schriftverkehr belegt. Für ein Kind heißt jeder Wechsel: noch einmal Vertrauen fassen, noch einmal enttäuscht werden.

    Die Verfahren

    Chronologisch nummeriert nach dem ersten datierten Dokument. Aktenzeichen und Gericht stammen aus den Schriftstücken selbst.

    Das Archiv

    Volltextsuche über den gesamten Aktenbestand.

    Akte einsehen

    Der vollständige Aktenbestand steht zur Einsicht offen — für Rechtsschutz und Versicherung, für Anwältinnen und Anwälte, für Behörden und Gerichte, für Fachstellen und für Redaktionen. Die Chronik ist maschinell aus den Originaldokumenten erzeugt; jede Angabe lässt sich auf ein datiertes Schriftstück zurückführen.

    Was belegt ist

    Datum, Aktenzeichen, Gericht und Art jedes Dokuments stammen aus dem Schriftstück selbst. 528 Dokumente tragen ein belegtes Datum.

    Was nicht gezeigt wird

    Name und Anschrift der Kindsmutter sind aus Titeln, Volltext und PDFs entfernt; von den Geburtsdaten der Eltern bleibt nur das Jahr. Orte, Gerichte, Aktenzeichen und Amtsträger bleiben benannt.

    Der Film

    Eine Videoarbeit über den Fall.

    Zum Film

    Kontakt

    Für Rückfragen, Akteneinsicht und Belege.

    dirk@vatersorgen.de